Das Evidence Pack zur EU-KI-Verordnung: Artikel-50-Compliance beweisen statt behaupten
Zuletzt aktualisiert am 31. Juli 2026
Compliance, die nicht dokumentiert ist, existiert praktisch nicht. Wenn eine Marktüberwachungsbehörde, das Procurement-Team eines Unternehmenskunden oder Ihr eigener Vorstand fragt „Sind wir Artikel-50-konform?“, muss die Antwort ein Ordner sein, kein Schulterzucken. Dieser Leitfaden zeigt, was dieser Ordner — ein Evidence Pack — enthalten sollte.
Was in ein Artikel-50-Evidence-Pack gehört
- Eine datierte Anwendbarkeitsbewertung. Welche Ihrer Systeme unter Artikel 50 Absatz 1 (Chatbots), Absatz 2 (Kennzeichnung synthetischer Inhalte) und Absatz 4 (veröffentlichte KI-Medien) fallen — und, ebenso wichtig, welche nicht und warum. Unser kostenloser Checker erzeugt genau diese Aufzeichnung.
- Die Rechtsgrundlage, im Wortlaut. Die konkreten Bestimmungen, gegen die Sie geprüft haben, mit Verweisen auf die Verordnung (EU) 2024/1689 — damit ein Prüfer Ihre Lesart über EUR-Lex verifizieren kann.
- Nachweis der Offenlegungsumsetzung. Der Text, den Nutzer sehen, wo er erscheint und seit wann. Screenshots altern schlecht; Live-Monitoring (etwa wöchentliche Badge-Rescans) ist stärker.
- Aufzeichnungen zur maschinenlesbaren Kennzeichnung. Für generierte Medien: welche Kennzeichnung Sie anwenden (z. B. C2PA-Signierung) und Volumenprotokolle, die den Produktionsbetrieb belegen.
- Ein interner Verantwortlicher und ein Prüftermin. Evidence Packs veralten; halten Sie fest, wer es pflegt und wann es das nächste Mal geprüft wird.
Mit einem Klick exportieren
Nach Abschluss des kostenlosen Checkers können Sie ein Compliance-Evidence-Pack als ZIP exportieren: Ihren Gap-Report als PDF, eine zeitgestempelte Fragebogenaufzeichnung, die zitierten Artikel-50-Bestimmungen mit EUR-Lex-Links, vorgeschlagene Offenlegungstexte und eine Umsetzungs-Checkliste. Das ist der Unterschied zwischen „wir haben mal ein Web-Quiz gemacht“ und einer datierten, prüffähigen Compliance-Aufzeichnung.
Wer in der Praxis danach fragt
- Enterprise-Procurement. KI-Lieferantenfragebögen enthalten zunehmend Artikel-50-Positionen — siehe unseren Leitfaden zur Lieferanten-Due-Diligence. Ein Evidence Pack beendet solche Threads schnell.
- Marktüberwachungsbehörden, die Informationen über Ihre Transparenzmaßnahmen anfordern können.
- Versicherer und Auditoren, die KI-bezogene Risiken bewerten — gerade angesichts der Bußgeldstufen des Artikels 99.
FAQ
Was ist ein Evidence Pack zur EU-KI-Verordnung?
Ein Bündel von Unterlagen, das zeigt, dass Sie Ihre Pflichten bewertet und umgesetzt haben: eine datierte Aufzeichnung Ihrer Artikel-50-Selbsteinschätzung, die einschlägigen Rechtsvorschriften, Ihr Offenlegungstext und wo er erscheint, sowie ein Nachweis der maschinenlesbaren Kennzeichnung synthetischer Inhalte.
Ist ein Evidence Pack gesetzlich vorgeschrieben?
Artikel 50 selbst schreibt kein bestimmtes Nachweisformat vor. Aber Marktüberwachungsbehörden können Informationen anfordern, und Compliance lässt sich mit zeitnahen, datierten Aufzeichnungen weit leichter belegen als mit nachträglicher Rekonstruktion. Es ist normale Compliance-Hygiene, wie ein DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis.
Was enthält der Evidence-Pack-Export von AI Act Kit?
Ein ZIP mit Ihrem Gap-Report als PDF, einer zeitgestempelten Aufzeichnung Ihrer Fragebogenantworten, den zitierten Artikel-50-Bestimmungen mit EUR-Lex-Links, vorgeschlagenen Offenlegungstexten und einer Umsetzungs-Checkliste — generiert aus Ihrer tatsächlichen Checker-Sitzung.
Ist der Evidence-Pack-Export kostenlos?
Der Checker ist kostenlos, und der ZIP-Export des Evidence Packs ist direkt nach Abschluss verfügbar. Laufende Monitoring-Nachweise (Badge-Rescans, Offenlegungsstatistiken) sind Teil der Bezahltarife.
Nicht sicher, welche Pflichten für Sie gelten?
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