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Gilt die EU-KI-Verordnung für Chatbots, KI-Inhalte und Deepfakes? 12 Fragen beantwortet

Zuletzt aktualisiert am 1. August 2026

Artikel 50 der EU-KI-Verordnung — das Transparenzkapitel — gilt ab dem 2. August 2026. Das sind die Fragen, nach denen Teams wirklich suchen, beantwortet aus dem Text der Verordnung (EU) 2024/1689 selbst. Jede Antwort verlinkt die dahinterstehende Bestimmung; im Zweifel machen Sie den kostenlosen 3-Minuten-Check.

Gilt die EU-KI-Verordnung für Chatbots?

Ja. Artikel 50 Absatz 1 verpflichtet Anbieter von KI-Systemen, die direkt mit Menschen interagieren — Support-Chatbots, Vertriebsassistenten, Sprachagenten —, die Nutzer zu informieren, dass sie mit einer KI sprechen, sofern das nicht aus dem Kontext offensichtlich ist. Die Pflicht gilt seit dem 2. August 2026.

Mehr dazu: Fällt mein Chatbot darunter?

Gilt die EU-KI-Verordnung für KI-generierte Inhalte?

Ja. Artikel 50 Absatz 2 verpflichtet Anbieter von Systemen, die synthetische Audio-, Bild-, Video- oder Textinhalte erzeugen, die Ausgaben in einem maschinenlesbaren Format zu kennzeichnen, sodass sie als künstlich erzeugt erkennbar sind — etwa mit C2PA Content Credentials.

Mehr dazu: Maschinenlesbare Kennzeichnung mit C2PA

Gilt die EU-KI-Verordnung für Deepfakes?

Ja. Artikel 50 Absatz 4 verpflichtet Betreiber, die Bild-, Ton- oder Videoinhalte erzeugen oder manipulieren, die ein Deepfake darstellen, offenzulegen, dass die Inhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden — mit begrenzten Ausnahmen für künstlerische, satirische oder fiktionale Werke.

Mehr dazu: KI-erzeugte Inhalte richtig kennzeichnen

Gilt die EU-KI-Verordnung für KI-geschriebene Artikel und Blogbeiträge?

Wird KI-generierter Text veröffentlicht, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, verlangt Artikel 50 Absatz 4 eine Offenlegung — es sei denn, der Text wurde von Menschen überprüft und eine natürliche oder juristische Person trägt die redaktionelle Verantwortung.

Gilt die EU-KI-Verordnung für US-Unternehmen und andere Nicht-EU-Unternehmen?

Ja, wenn das KI-System in der EU in Verkehr gebracht oder seine Ausgabe in der EU verwendet wird (Artikel 2). Ein US-SaaS mit EU-Nutzern hat dieselben Artikel-50-Pflichten wie ein EU-Unternehmen — eine Ausnahme für das Herkunftsland gibt es nicht.

Mehr dazu: Die KI-Verordnung für Nicht-EU-Unternehmen

Gilt die EU-KI-Verordnung für rein interne KI-Tools?

Die Transparenzpflichten des Artikels 50 schützen die natürlichen Personen, die mit dem System interagieren oder ihm ausgesetzt sind. Rein interne Tools, bei denen die Mitarbeitenden wissen, dass sie KI nutzen, fallen typischerweise unter die Ausnahme des Artikels 50 Absatz 1 („für eine angemessen informierte Person offensichtlich“) — prüfen Sie aber jeden Einsatz; mitarbeitergerichtete Chatbots können trotzdem einen Hinweis benötigen.

Gilt die EU-KI-Verordnung für Open-Source-KI-Modelle?

Freie und quelloffene KI-Systeme sind von der KI-Verordnung teilweise ausgenommen, aber die Transparenzpflichten des Artikels 50 gelten weiterhin, wenn solche Systeme mit Menschen interagieren oder synthetische Inhalte erzeugen (Artikel 2 Absatz 12).

Brauchen Kundenservice-Sprachagenten eine Offenlegung?

Ja. Ein KI-Sprachagent an einer Telefonleitung interagiert direkt mit natürlichen Personen, also gilt Artikel 50 Absatz 1 — Anrufende müssen spätestens bei der ersten Interaktion erfahren, dass sie mit einer KI sprechen (Artikel 50 Absatz 5).

Mehr dazu: Offenlegung für KI-Sprachagenten

Gilt die KI-Verordnung für KI-Bilder im Marketing?

Der Anbieter des erzeugenden Systems muss die Ausgabe maschinenlesbar kennzeichnen (Artikel 50 Absatz 2). Als Veröffentlichender sollten Sie zudem prüfen, ob das Bild ein Deepfake realer Personen, Orte oder Ereignisse ist — dann greift die Offenlegungspflicht des Artikels 50 Absatz 4.

Ab wann gelten diese Pflichten?

Ab dem 2. August 2026 (Artikel 113). Der Digital Omnibus 2026 (Verordnung (EU) 2026/1744) hat die Hochrisiko-Vorschriften auf 2027/28 verschoben, Artikel 50 aber nicht angetastet.

Mehr dazu: Was verschoben wurde — und was nicht

Welche Geldbußen drohen, wenn man Artikel 50 ignoriert?

Bis zu 15.000.000 EUR oder 3 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist (Artikel 99 Absatz 4 Buchstabe g).

Mehr dazu: Die Sanktionen der EU-KI-Verordnung erklärt

Wie finde ich heraus, welche Pflichten für mein Produkt gelten?

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Quellen

  • Verordnung (EU) 2024/1689 (EU-KI-Verordnung), Artikel 2, 50, 99 und 113 — EUR-Lex
  • Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus zur KI) — EUR-Lex

Dieser Leitfaden ist eine Übersetzung des englischen Originals: Does the EU AI Act apply to chatbots, AI content and deepfakes? 12 questions answered

Dieses Tool und seine Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Wenden Sie sich für Ihre konkrete Situation an eine qualifizierte Rechtsanwältin oder einen qualifizierten Rechtsanwalt. Primärquelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (EU-KI-Verordnung), Amtsblatt vom 13. Juni 2024 — EUR-Lex.

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